Leben und Wohnen

Mieter:innen schützen, bezahlbaren Wohnraum schaffen, alte Quartiere zu neuem Glanz bringen

Foto: Adobe Stock 68632352/Unkas Photo

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt hat sich in den letzten Jahren dramatisch zugespitzt. Auch wenn Bremen mit seiner traditionell sozialen Struktur – hoher Eigentumsquote, vielen gemeinnützigen Vermietern und Kleinvermietern – noch vergleichsweise gut dasteht, sind auch hier freie Wohnungen inzwischen knapp. Für viele Menschen, selbst in der Mittelschicht, sind die Preise kaum noch bezahlbar.

Der SPD-Landesvorstand hat deshalb eine Wohnraumoffensive für Bremen beschlossen:

Starker Mieterschutz

Wir nutzen konsequent die Möglichkeiten des sozialen Mietrechts. Im Bund setzt die SPD aktuell die Verlängerung der Mietpreisbremse durch. Sobald das Gesetz verabschiedet ist, wird Bremen diese bis Ende des Jahrzehnts verlängern. Außerdem kämpfen wir dafür, dass künftig auch möblierte Wohnungen und WG-Zimmer unter den Schutz fallen.

Mehr günstige Wohnungen bauen

Seit 2012 sind in Bremen 3.000 neue Sozialwohnungen entstanden. Rund zwei Drittel davon gehören der städtischen GEWOBA und bleiben auch langfristig bezahlbar. Diesen Kurs setzen wir fort: In den nächsten zwei Jahren wollen wir 1.200 weitere preisgebundene Wohnungen schaffen, unterstützt durch über 20 Millionen Euro Fördermittel.

Alle Einkommensgruppen im Blick

Neben klassischen Sozialwohnungen fördern wir auch Wohnungen im mittleren Preissegment. Damit noch mehr Menschen Zugang haben, heben wir die Einkommensgrenzen für geförderte Wohnungen an.

Zusammen mit freifinanzierten Einheiten entstehen so bis zu 4.000 neue Wohnungen – vom Eigenheim für Familien bis hin zu barrierefreien Wohnungen für Senior:innen.

Unterstützung für Menschen in besonderen Lebenslagen

Für wohnungs- oder obdachlose Menschen schaffen wir zusätzliche Zugänge zum Wohnungsmarkt über die Zentrale Fachstelle Wohnen. Damit eröffnen wir Wege in ein selbstbestimmtes Leben und entlasten gleichzeitig das Hilfesystem.

Sanierung mit Mietpreisgarantie

Wir fördern Vermieter, die sanieren und ihre Gebäude gleichzeitig in die Sozialbindung geben. So gehen energetische Modernisierungen Hand in Hand mit mehr Sozialwohnungen – besonders in Bremerhaven.

Gleichzeitig setzen wir uns beim Bund für verlässliche KfW-Förderprogramme ein, die eine Sanierungsoffensive ermöglichen.

Kostengünstiger bauen

Bauen darf nicht länger unbezahlbar sein. Wir senken deshalb Anforderungen mit Augenmaß – ohne die Qualität aus den Augen zu verlieren. Schon die Anpassung des Energiestandards auf EH 55 spart pro Wohnung 9.500 Euro an Zuschüssen. Dieses Geld fließt in den Bau zusätzlicher günstiger Wohnungen.

Zudem entwickeln wir noch 2025 einen eigenen „Bremer Weg“ für kostengünstigen Wohnungsbau. So können etwa weniger Tiefgaragen oder geringere Schallschutzanforderungen einen erheblichen Unterschied machen. Jede Einsparung bei den Baukosten wirkt sich direkt auf die Mieten aus: Je 1.000 Euro gesparte Baukosten pro qm spart ein Miethaushalt bei einer 70qm-Wohnung rund 300 Euro Miete im Monat.

Mehr Wohnungen für Studierende und Auszubildende

Steigende Wohnkosten treffen vor allem auch Auszubildende und Studierende. Deshalb bauen wir gezielt Studierendenwohnheime aus – etwa mit einem Neubau in Bremen-Luisental. 2026 folgt ein umfassendes Ausbauprogramm.

Auch Auszubildende unterstützen wir: Noch 2025 eröffnet das erste Azubi-Wohnheim in Bremen. Unter dem Namen „Azubiwerk“ entsteht in Bremen und Bremerhaven ein Netzwerk von Wohnanlagen für junge Menschen – bezahlbar, sozial und sicher.

Städtische Gesellschaften sichern günstige Mieten

Bremen und Bremerhaven setzen auch künftig auf städtische Gesellschaften, Genossenschaften und andere gemeinwohlorientierte Vermieter, um preisgebundene Wohnungen auf nach Auslaufen der Mietpreisbindung bezahlbar zu halten. Neben rund 6.000 offiziell erfassten Sozialwohnungen bieten allein GEWOBA, BREBAU und STÄWOG etwa 50.000 weitere Wohnungen mit günstigen Mieten auf Niveau von Wohnungen mit Mietpreisbindung.

Alte Quartiere zu neuem Glanz bringen

Neben Neubauten investieren wir in die Aufwertung bestehender Stadtteile. Projekte in Woltmershausen, Walle oder dem Goethe-Viertel haben bereits bewiesen, wie Quartiersentwicklung ganze Viertel verwandeln kann.

Zukünftig bieten Flächen wie das Bremerhavener Werftquartier, die Überseeinsel, das Könecke-/Coca-Cola-Areal oder das Kämmerei-Quartier in Blumenthal enormes Potenzial, um Bremen und Bremerhaven weiter lebenswert und vielfältig zu machen.


Unser Ziel ist klar:

Wir schützen Mieter:innen, schaffen mehr bezahlbaren Wohnraum und entwickeln Bremen und Bremerhaven so weiter, dass sie für alle Menschen bezahlbar lebenswert bleiben – heute und in Zukunft.

Foto: Adobe Stock 68632352/Unkas Photo

Autor*in

Falk Wagner ist seit November 2024 SPD-Landesvorsitzender. Zuvor war er von 2018 bis 2024 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Bremen-Stadt und verantwortet seit 2019 als Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft die Stadtentwicklungspolitik der SPD-Fraktion. Auf der Website schreibt er zu den Themen bezahlbares Wohnen, Mieterrechte und Stadtteilgerechtigkeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert