Allgemein Sicherheit und Sauberkeit

Bremen braucht eine umfassende Suchthilfestrategie

AdobeStock_1991377057/ Jo Panuwat D

Bremen braucht eine umfassende Suchthilfestrategie. Das hat der Parteitag der SPD Stadt Bremen beschlossen. Die bisherige Drogenpolitik soll zu einer umfassenden Suchthilfestrategie weiterentwickelt werden. Ziel ist es, Suchterkrankungen frühzeitig zu verhindern, Betroffene besser zu unterstützen und die Lebensqualität in den Quartieren nachhaltig zu stärken.  

Prävention stärker in den Mittelpunkt rücken

Die bisherige Drogenhilfestrategie hat wichtige Fortschritte erzielt. Gleichzeitig zeigt sich, dass Prävention und frühzeitige Unterstützung weiter ausgebaut werden müssen. Der Parteitagsbeschluss setzt deshalb auf eine lebensphasen- und zielgruppengerechte Prävention, insbesondere für Kinder, Jugendliche und Menschen in schwierigen Lebenslagen.  

Suchthilfe ganzheitlich denken

Sucht beschränkt sich nicht auf illegale Drogen. Deshalb bezieht die neue Strategie ausdrücklich Alkohol-, Medikamenten- und Drogensucht ebenso ein wie Glücksspiel-, Medien- oder andere Verhaltenssüchte. Im Mittelpunkt steht dabei der suchtbetroffene Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen und Lebenslagen.  

Eine Strategie mit klaren Zuständigkeiten

Die Weiterentwicklung der Suchthilfe erfordert eine bessere Koordinierung zwischen den beteiligten Ressorts und Akteuren. Deshalb sieht der Beschluss eine zentrale Steuerung, ein datengestütztes Monitoring und regelmäßige Evaluationen vor, um auf neue Entwicklungen flexibel reagieren zu können.  

1. Maßnahme: Prävention ausbauen

Wir wollen Präventionsangebote an Schulen und in den Quartieren ausweiten. Besonders Kinder und Jugendliche sollen systematischer und früher erreicht, und stärker an der Entwicklung von Aufklärungsangeboten beteiligt werden. Positiv besetzte Aufklärungskampagnen stehen dabei im Vordergrund.

2. Maßnahme: Hilfsangebote stärken

Entgiftungs-, Therapie- und Beratungsangebote müssen bedarfsgerechter ausgebaut werden. Gleichzeitig sollen Menschen mit mehrfachen Problemlagen durch besser vernetzte Unterstützungsstrukturen besser begleitet werden.  

3. Maßnahme: Sicherheit und Suchthilfe zusammendenken

Wir sind der Überzeugung, dass Suchthilfe, Sicherheit und Sauberkeit kein Widerspruch sind. Durch wirksamere Hilfsangebote, eine Aufstockung des Ordnungsdienstes und einen Ausbau der erfolgreichen Quattrostreifen soll der öffentliche Raum für alle Menschen nutzbar bleiben und Betäubungsmittelhandel besser bekämpft werden.

Fazit

Mit dem Beschluss „Drogenpolitik weiterentwickeln – eine Suchthilfestrategie für die Stadtgemeinde Bremen einführen“ setzt die SPD Bremen auf einen Perspektivwechsel: weg von einer rein problemorientierten Betrachtung, hin zu einer präventiveren, sozialraumorientierteren und menschenwürdigeren Suchthilfepolitik.

Foto: AdobeStock_1991377057/ Jo Panuwat D

Autor*in

Gesa Wessolowski-Müller ist seit dem 22. März 2025 Vorsitzende der SPD Stadt Bremen. Seit über 20 Jahren ist sie in verschiedenen Funktionen in der Bremer SPD engagiert. Gesa ist 51 Jahre alt, Industriekauffrau (IHK) und Diplom-Politologin mit Schwerpunkt Internationale Beziehungen und seit 25 Jahren ver.di-Mitglied. Sie ist Mutter von zwei Söhnen und lebt mit ihrer Familie in Findorff.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert