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Klimaschutz geht auch vor Ort!

Workers Installing Solar Panels on House Roof.

Um einen wirksamen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele von Paris und Glasgow zu leisten, müssen wir jetzt handeln! Das Land Bremen birgt enorme Potenziale für wirksamen Klimaschutz vor Ort, die wir nutzen müssen. Wir werden diesen Transformationsprozess mit aller Kraft unterstützen, so leisten wir neben der Sicherung unserer Lebensgrundlagen auch einen wichtigen Beitrag zur Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze und einer wirtschaftlichen Stärkung unseres Landes.

Diese Folgen des Klimawandels kommen auf Bremen und Bremerhaven zu

Niemand kann die Auswirkungen des Klimawandels – auch in unseren Breitengraden – noch länger ignorieren. Auch Bremen und Bremerhaven sind betroffen. Die schrecklichen Überflutungen des vergangenen Jahres in Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind uns allen noch im Gedächtnis. Aber auch andere Risikowetterlagen sowie ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels gefährden unser Zusammenleben. Insbesondere Hitzewellen – die gerade die Gesundheit von älteren Menschen gefährden können – sind eine zukünftige Gefahr. Wir spüren also: Der Klimawandel ist längst bei uns angekommen. 

Klimaschutz direkt vor Ort – das ist möglich und nötig!

Wir müssen jetzt einen Beitrag dazu leisten, die Erwärmung unseres Klimas zu begrenzen! In der Klima Enquete-Kommission haben neun Politiker*innen mit neun Wissenschaftler*innen 2 Jahre lang an konkreten Vorschlägen gearbeitet, wie das Land Bremen klimaneutral aufgestellt werden kann. Im Dezember wurden dieErgebnisse vorgestellt. Deutlich geworden ist: Wir können unser Bundesland klimaneutral aufstellen. Schon bis 2030 können wir den Treibhausgas-Ausstoß um 60 % reduzieren.

Für mich persönlich hat der Bericht nochmal bestätigt, dass wir insbesondere an die großen CO2-Treiber ranmüssen. Allein das Bremer Stahlwerk ist für 50 % der Bremer CO2-Emissionen verantwortlich. Ebenfalls wichtig sind Energieerzeugung, Gebäude und Verkehr. Dabei ist Pragmatismus und Effizienz nötig: Aus jedem eingesetzten Euro gilt es das meiste rauszuholen. Dann kann Klimaschutz den Wirtschaftsstandort Bremen stärken und Arbeitsplätze schaffen. Denn mir ist besonders wichtig: Klimaschutz geht nur sozial gerecht. Klimaschutz darf kein Luxusgut werden. 

Wir brauchen klare Maßnahmen!

Nun ist das alles natürlich nicht neu. Wichtig ist das konkrete Handeln. Ich leite aus dem Bericht der Kommission vor allem diese drei Schwerpunkte ab.  

1. Umstellung der Stahlindustrie und Aufbau Wasserstoff 

Stahl ist Zukunft. Das gilt besonders in Bremen. Unser Bundesland soll Vorreiter bei der Produktion von CO2-neutralem Stahl sein. Bereits 2025 könnte der erste der beiden Hochöfen abgestellt werden und durch ein Verfahren ersetzt werden, das Wasserstoff nutzt. Jetzt sind Land, Bund und Unternehmen gefragt: Wir brauchen die Industrie zum klimaneutralen Umbau. Dafür muss investiert werden, von Unternehmen und Staat.

2. Klimaschonende Energie direkt vor Ort fördern 

Egal ob klimaneutrale Industrie oder Elektroautos: Wir werden in Zukunft sehr viel mehr Strom verbrauchen als jetzt – und das zu 100% aus erneuerbaren Energien. Nun ist das Land Bremen bekanntermaßen kein Flächenstaat. Unser Platz ist begrenzt. Trotzdem können und sollten wir diesen optimal nutzen. Denn immerhin haben Bremen und Bremerhaven ein Windpotential von 350 bis 400 Megawatt und ein Solarpotential von etwa 1000 Megawatt. Das bedeutet: kein Neubau mehr ohne Solardach, Solar auf Gewerbebauten, Neuanfang für die Windkraft-Industrie in Bremerhaven und so weiter.

3. Nachhaltige Verkehrspolitik mit Bus, Bahn und E-Autos 

Der dritte große Klimasünder ist der Verkehr. Wir brauchen eine echte Verkehrswende die auf zwei Säulen aufbaut: Zum einen brauchen wir mehr Elektroautos. Künftig soll die Hälfte aller Autos E-Autos sein.

Doch zur Wahrheit gehört auch, dass wir in Zukunft – dort wo es möglich ist – das Auto auch mal stehenlassen müssen. Das geht nur mit einem gut ausgebauten ÖPNV. Das bedeutet: Mehr Busse und Bahnen in und um Bremen. Das Streckennetz muss ausgebaut und der Takt verdichtet werden. Wo noch keine Straßenbahnen fahren, sind Metrobusse eine gute Alternative.

Mein Fazit: Jetzt handeln für Bremens Zukunft!

Die Auswirkungen der Klimaerwärmung werden auch Bremen und Bremerhaven treffen. Um die Erwärmung auf ein erträgliches Maß zu begrenzen, müssen wir jetzt handeln! Damit bekämpfen wir nicht nur den Klimawandel, sondern schaffen Arbeit für die Zukunft. Wir müssen dabei aus jedem dafür eingesetzten Euro das Meiste rausholen. Das bedeutet, dass wir zuallererst am Stahlwerk, bei der Energieversorgung und beim Pendlerverkehr ansetzen müssen. 

Autor

Carsten Sieling ist Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und stellvertretender Vorsitzender der Enquetekommission Klimaschutz. Die Ergebnisse der Enquete sind seines Erachtens beachtlich und können Bremen an die Spitze im Klimaschutz bringen. Er hat sich in der Kommission vor allem für Klimagerechtigkeit eingesetzt, damit die Aufgabe für alle Menschen schaffbar ist. Wichtig ist für ihn, dass Wirtschaft und Industrie investieren: Nur so klappt die Transformation. Bremen und Bremerhaven können hier auf Wasserstoff beispielsweise in der Stahlindustrie und Elektromobilität setzen. Ansonsten ist Carsten, der Wirtschaftswissenschaften studiert hat und darin auch promoviert ist, in der Wirtschafts- und Finanzpolitik zu Hause und hat hierzu ebenso verschiedene Artikel verfasst wie zu den Aufgaben der SPD. Zwischen 2015 und 2019 war Carsten Sieling Bremer Bürgermeister und Präsident des Senats, davor war er sechs Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages und hat sich für eine gerechte Steuer- und Finanzpolitik eingesetzt. Seine Laufbahn als Abgeordneter hat es in Bremen begonnen, war in den ersten zweitausender Jahren Landesvorsitzender der SPD und Fraktionsvorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion.

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