Wirtschaft und Arbeit

Klimaschutz in den Bremischen Häfen

Foto: Hafengebiet Bremerhaven

Der Klimawandel ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit! Mit dem zweitgrößten deutschen Seehafen in Bremerhaven haben wir eine besondere Verantwortung für dessen Bewältigung. Als Häfensenatorin setze ich mich deswegen dafür ein, die Klima- und Umweltbilanz der Bremischen Häfen, aber auch des gesamten internationalen Seeverkehrs, weiter zu verbessern. 

Mit „Greenports” sind wir Vorreiter auf dem Weg zum klimaneutralen Hafen

Bereits vor zehn Jahren haben wir im Land Bremen als erste Akteurin in der deutschen Hafenlandschaft eine Nachhaltigkeitsstrategie entworfen. Darauf können wir weiterhin stolz sein und ich setze mich dafür ein, dass wir weiterhin Spitzenreiter beim Klimaschutz im Hafen bleiben! Im Rahmen unserer Greenports-Strategie konnten wir in den vergangenen Jahren die CO2-Emissionen im Bereich der Hafeninfrastruktur um 70 Prozent senken. Wir haben die Energieeffizienz im öffentlichen Hafenbetrieb, also bei der Hafeneisenbahn, bei den Schleusen, bei den Arbeitsschiffen und bei den Büroflächen stetig verbessert und den Anteil regenerativer Energien gesteigert. Unser Ziel ist eine CO2-neutrale Hafeninfrastruktur bis 2023. Ein ehrgeiziges Ziel, doch ich bin überzeugt, dass wir es mit den richtigen Maßnahmen erreichen können.

Mit Landstrom und Grünem Wasserstoff auf dem Weg zur Klimaneutralität 

Gerade Grüner Wasserstoff wird eine wichtige Rolle für die klimaneutrale Zukunft unserer Häfen und für die notwendige ökologische Transformation unserer gesamten Volkswirtschaft spielen. Genau deswegen habe ich Bremenports damit beauftragt, in einer umfassenden Studie die Potentiale von Grünem Wasserstoff für die Bremischen Häfen zu untersuchen. Außerdem entscheidend: Die verbesserte Versorgung der Schiffe mit Landstrom! Dazu habe ich zusammen mit dem Bund im Juni 2020 ein Bremisches Landstromprogramm von 32,4 Millionen Euro auf den Weg gebracht, mit dem nun der Bau von acht Landstromanlagen für Seeschiffe und von zwei zusätzlichen Anlagen für Binnenschiffe im Industriehafen umgesetzt werden. Damit sind bald alle Binnenschiffsliegeplätze in den Bremischen Häfen mit Landstrom ausgestattet. Ich freue mich außerdem über das Engagement von Bremenports in der Initiative „Zero Emission at Berth”. So fördern wir weitere emissionsfreie Lösungen neben Landstrom.

Zusammen mit der Hafenwirtschaft für eine emissionsfreie Schifffahrt

Eine saubere Schifffahrt kann aber nur im Schulterschluss mit allen Beteiligten gelingen! Auch die Reeder sind in der Pflicht, ihre Schiffe umweltfreundlicher zu betreiben. Dazu gehört es, Schiffe umzurüsten und Neubauten mit entsprechenden Vorrichtungen zur Nutzung von Landstrom und mit neuen emissionsarmen oder -freien Antrieben auszurüsten. Die Bemühungen der Branche unterstütze ich tatkräftig – beispielsweise durch Fachveranstaltungen, die dem Austausch von Erfahrungen und best-practices dienen. So lud mein Ressort nun mittlerweile zum fünften Mal im November 2021 zum Bremer Kongress „Sustainable Shipping“ ein. Der Kongress bietet der regionalen maritimen Wirtschaft und Wissenschaft traditionell ein wichtiges Forum zur Zukunftsfrage der klimaneutralen Schifffahrt. Auch bei dem in diesem Jahr in unserem Bundesland stattfindenden Deutschen Schifffahrtstag wird unter dem Motto „Nachhaltige Schifffahrt: Gemeinsam, klar, sauber!“ die klimafreundliche Zukunft der Schifffahrt diskutiert (http://www.deutscher-schifffahrtstag.de).

Mein Fazit

Die Bremischen Häfen sind sich ihrer besonderen Bedeutung bei der Bewältigung des Klimawandels bewusst. Mit der greenports-Strategie und dem Bremischen Landstromprogramm machen wir schon große Schritte in Richtung eines klimaneutralen Hafens. Wir unterstützen zudem die Bemühungen der maritimen Branche für eine klimaneutrale Schifffahrt, indem wir Plattformen zum Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft organisieren. Es gibt weiterhin viel zu tun und ich werde mich weiter für den klimaneutralen Hafen und eine nachhaltige Schifffahrt einsetzen.

Autor*in

Dr. Claudia Schilling (53) ist seit 2019 Senatorin für Wissenschaft und Häfen sowie für Justiz und Verfassung im Land Bremen. Die heutige Bremerhavenerin wuchs in Wolfsburg auf und war sowohl in der niedersächsischen als auch in der bremischen Justiz in leitender Position – unter anderem als Direktorin des Amtsgerichts Geestland sowie als vorsitzende Richterin am Landgericht Bremen – tätig. Als Stadträtin engagierte sie sich schon seit 2017 hauptamtlich für Bremerhaven. Belange der Seestadt – vom Wertquartier bis hin zur Entwicklung der Stadt zum Wasserstoffkompetenzzentrum – sind der Juristin auch heute als „Bremerhaven-Senatorin“ wichtige Anliegen. Dr. Claudia Schilling ist davon überzeugt, dass die Zukunft unseres Bundeslandes maßgeblich vom Erfolg seiner Hochschulen und Forschungsinstitute sowie der Häfen abhängt. An der Wasserkante setzt sie sich für wettbewerbsfähige, moderne und klimafreundliche Häfen ein, mit dem Ziel, dort auch in Zukunft gute und faire Arbeit für unser Bundesland bieten zu können. Die Wissenschaftslandschaft will sie weiter stärken und mit Projekten wie dem Aufbau eines integrierten Gesundheitscampus oder der Bremer KI-Strategie weiterentwickeln. Ihr Herz als Senatorin für Justiz und Verfassung schlägt insbesondere für eine angemessene Ausstattung der Justiz, einen bürgerfreundlichen Zugang zum Recht und einen wehrhaften Rechtsstaat als unverzichtbarer Bestandteil unserer Demokratie. Schilling ist verheiratet. In ihrer Freizeit ist sie begeisterte Reiterin.

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