Innenstadt­entwicklung

Pflegecampus statt Leerstand

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Pflege? Was soll das bitte mit der Innenstadt zu tun haben? Keine Sorge, die beiden Themen passen besser zueinander als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten würde! Wenn wir die Innenstadt nicht mehr nur als reine Einkaufszone betrachten, eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten. Unsere Idee: ein Pflegecampus direkt in der Innenstadt.

Der Pflegenotstand verschwindet nicht von allein

Der Pflegenotstand hat sich durch die Corona-Krise noch einmal deutlich verschärft. Ich erzähle niemanden etwas Neues, wenn ich sage, dass es zu wenige Pflegekräfte gibt. Die Ursachen sind vielfältig und lösen sich nicht von alleine, dafür müssen wir die nötigen Voraussetzungen schaffen: bessere Ausbildung, bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung. Das haben wir in Bremen natürlich erkannt und wollen reagieren mit mehr Plätzen an den Schulen für Pflegekräfte, mehr Studienplätzen an der Hochschule und einer besserer Durchlässigkeit der Ausbildungswege.

In der Innenstadt haben wir das Potential und Flächen

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was der Pflegenotstand mit der Bremer Innenstadt zu tun hat. Ganz einfach: Hier eröffnen sich durch die Modernisierung der Innenstadt neue Möglichkeiten. Wir wollen Innenstädte nicht mehr nur als Einkaufszonen betrachten, sondern auch neue Ideen umsetzen und so für eine Belebung der Innenstadt sorgen. Ich sehe den notwendigen Umbau der Innenstadt als Chance. Ein konkreter Schritt wäre für mich deshalb ein Pflegecampus in der Innenstadt.

Von einem Pflegecampus profitieren alle!

So ein Campus wäre natürlich zu allererst ein grundsätzlicher Zugewinn für die Pflege in Bremen. Doch am Ende profitiert auch die Innenstadt, durch junge Menschen und mehr Vielfalt. Ich sehe die Möglichkeit, das Gebiet der Pflege präsenter in unserer Stadt zu verankern und so aufzuwerten. Darüber hinaus ist ein Pflegecampus in der Innenstadt zentral gelegen und gut angebunden – perfekt für junge Auszubildende und Studierende. Ich sehe außerdem den Vorteil, dass Hochschule und zuständige Fachschulen Räumlichkeiten gemeinsam nutzen können, was den Austausch der Fachrichtungen weiter fördert.

Das sind unsere Ideen und Vorstellungen

Wie kann so etwas nun konkret aussehen? Zuerst einmal ist es mir sehr wichtig, dass wir einen Pflegecampus ganzheitlich denken. Das bedeutet, Lehre, Ausbildung, Versorgung und Wohnangebote zu kombinieren. Auch eine weitere Kombination von Geschäften, Pflegekassen und Vereinen ist möglich. Meine Idee wäre ein zentraler Anlaufpunkt für alles, was mit Pflege zu tun hat. Damit schaffen wir ein “Schaufenster Pflege” in der Innenstadt, mit einem Campus, der von mehreren Ausbildungsträger:innen zusammen betrieben wird. Ein erster Schritt ist bereits erfolgt: die Hochschule Bremen ist mit einem Pflegeschwerpunkt bereits am Brill.

Fazit: Pflegecampus in der Innenstadt

Um den Pflegenotstand zu beenden, müssen wir mehr Pflegekräfte ausbilden und die Qualität der Ausbildung weiter steigern. In der Innenstadt können wir dafür mit einem Pflegecampus die nötigen Flächen und Räumlichkeiten bieten. So verbessern wir nicht nur die Ausbildungsbedingungen, sondern sorgen gleichzeitig für eine Belebung der Innenstadt. Dafür setzen wir uns als SPD in Bremen ein!

Autor*in

Reinhold Wetjen ist seit Juni 2021 Vorsitzender der SPD Land Bremen. Zuvor hat er u.a. als Ortsvereinsvorsitzender, im Unterbezirksvorstand Bremen-Stadt und Verantwortlicher für den Arbeitskreis „Soziale Stadtentwicklung“ agiert. Mitglied der SPD und bei ver.di ist er seit 1977. Reinhold Wetjen ist verheiratet und sein Leben wird zu seiner Freude von seiner Frau, seinen beiden Töchtern und den zwei Enkelinnen mitbestimmt. In der SPD macht er sich für moderne Arbeitsformen und die aktive Beteiligung der Mitglieder stark. Die Förderung und Qualifizierung junger Mitglieder ist ihm wichtig. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Stadtentwicklung: Insbesondere die Weiterentwicklung und der soziale Ausgleich in den Stadtteilen. Ihm sind unterstützende und „aufsuchende“ Angebotsstrukturen vor Ort für die Bevölkerung wichtig. Zu diesen und weiteren Themen schreibt er in unserem Blog.

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