Leben und Wohnen

Alte Quartiere zu neuem Glanz!

Luftbild Bremen

Alte Arbeiterstadtteile haben historisch viel zu Bremens Wohlstand beigetragen. Nun haben sie einen jahrzehntelangen, schmerzhaften Strukturwandel hinter sich. Mit gezielten Stadtentwicklungsprojekten wollen wir die Stadtteile aufwerten und neu auf die Bremer Landkarte rücken.

Eine vielfältige Stadt mit vielfältigen Herausforderungen

Bremen ist ein Dorf mit Straßenbahn – so fühlt sich die Stadt an und das ist Teil ihres Charmes. Die Grundlage dafür liegt in nachbarschaftlichen und wohnlichen Stadtteilen, die alle ihren eigenen Reiz haben. Gerade innenstadtnahe oder im Nordosten der Stadt gelegene Stadtteile sind momentan sehr beliebt und gelten als äußerst attraktiv. Hier ist mir wichtig, dass die SPD auf soziale Vielfalt und Bezahlbarkeit achtet. Alte Arbeiterstadtteile hingegen, die in der Vergangenheit viel zu Bremens Wohlstand beitrugen, haben einen jahrzehntelangen und sehr schmerzhaften Strukturwandel hinter sich. Das Ziel der SPD: Diese alten Quartiere zu neuem Glanz bringen!

Arbeiterstadtteile zurück auf die Stadtkarte bringen

Walle, Hemelingen, Woltmershausen, Gröpelingen oder Blumenthal – alles Beispiele für Stadtteile, die sich nach den Vorstellungen der SPD Stück für Stück einen stolzen Platz auf der Bremer Stadtkarte zurückerobern sollen. Mir ist ein Anliegen, dass die Identität des Stadtteils erhalten bleibt und dass Alteingesessene nicht verdrängt werden, sondern vom Aufwind profitieren. Ehemalige Industrieflächen müssen wir für eine neue urbane Mischung nutzen und in gewachsene Strukturen einbinden. So machen wir aus öden Brachen wieder lebendige Orte.

Nicht nur an Wohnen, sondern an das ganze Leben denken

Wenn ich daran denke, was ein attraktives Quartier ausmacht, dann denke ich zuerst an Wohnen, doch das ist nicht alles: Ein lebendiger Stadtteil braucht eine gute Nahversorgung vom Supermarkt bis zum interessanten Gastronomieangebot. Dabei sind mir besonders Begegnungsorte wichtig, in denen die Anwohner:innen zusammenkommen und die vielfältig genutzt werden können. All das muss mit der Idee einer „Produktiven Stadt“ verbunden werden, in der Wohnen und Arbeiten nah beieinander sind. Und natürlich nicht zu vergessen: Neue Grünflächen und eine gute Anbindung an Bus & Bahn!

Über Bremen drehen sich die Kräne

Über Bremen drehen sich die Kräne und das ist auch gut so. Wir müssen jetzt darauf achten, dass davon alle Bremer:innen profitieren. Soziale Vielfalt, neue Arbeitsplätze, mehr Freiräume für Jung und Alt – das sind unsere Ziele bei den Projekten der Zukunft. Nirgendwo drehen sich so viele Kräne wie in der Überseestadt, einem der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Für meinen Geschmack gibt es noch viel zu tun – zum Beispiel fehlt noch eine Quartiersmitte – aber die Überseestadt hat schon heute erfolgreich Walle neu auf die Bremer Landkarte gerückt. Die noch vergleichsweise gut bezahlbaren Wohnungsangebote in Walle sorgen inzwischen für einen Andrang auf den alten Hafenarbeiter-Stadtteil, den man sich dort noch vor zehn Jahren nicht erträumt hätte. Denselben Effekt erhoffe ich mir für Bremerhaven-Geestemünde vom kommenden Werftquartier.

Was wir jetzt anpacken wollen

Als SPD liegt uns die ganze Stadt am Herzen und wir setzen uns dafür ein, dass in ganz Bremen und natürlich auch Bremerhaven Quartiere in neuem Glanz erstrahlen. Das schaffen wir nur, wenn wir dieses Ziel bei allen Projekten im Hinterkopf behalten!

1. Maßnahme: Erfolgsstory Tabakquartier fortsetzen

Ich möchte, dass wir die Erfolgsstory Tabakquartier im vorderen Woltmershausen fortsetzen und weitere Wohnungen, Arbeitsorte und attraktive Grün- und Aufenthaltsflächen schaffen. Zusätzlich wollen wir das Tabakquartier mit dem historischen Zentrum Woltmershausens verbinden: Damit Walle und Woltmershausen sich als benachbarte Stadtteile wiederentdecken können, müssen wir eine Fuß- und Radbrücke in die Überseestadt bauen. So kommen auch die wechselseitigen Naherholungsangebote (Lankenauer Höft, Waller Sand etc.) den Menschen im Bremer Westen und Süden besser zugute.

2. Maßnahme: Historisches Zentrum Hemelingen neu beleben

Im alten Arbeiterstadtteil Hemelingen – noch heute das Herz der Bremer Wirtschaftskraft – wollen wir das historische Zentrum neu beleben und dem Stadtteil einen Ort der Begegnung und der Identität zurückgeben. Das ehemalige Coca-Cola-Gelände soll sich öffnen und einen Marktplatz zur Hemelinger Bahnhofstraße hin bieten. Mit der künftigen Union-Brauerei in der denkmalwürdigen Silberwarenfabrik ergibt sich so ein neues, altes Zentrum. Im weiteren Verlauf des Könecke-/Coca-Cola-Geländes wollen wir neue bezahlbare Wohnungen, Arbeitsplätze und Grünflächen entwickeln und das Areal an die Radpremiumroute in Richtung Innenstadt anschließen. So wird auch Hemelingen neu ins Bewusstsein vieler Bremer:innen rücken.

3. Maßnahme: Besondere Anstrengungen für Gröpelingen, Blumenthal und Lehe

Gröpelingen, Blumenthal und das Goethe-Viertel in Bremerhaven-Lehe haben aus meiner Sicht besondere Anstrengungen verdient, denn sie haben nicht nur viel zum industriellen Aufstieg Bremens beigetragen, sie erfüllen heute als „Ankunftsquartiere“ jeden Tag besondere Leistungen für die Gesamtstadt. Mit besonders vielen Investitionen will die SPD diese Stadtteile aufwerten mit dem Ziel, sie zu attraktiven Wohnorten für zuziehende Familien, für Auszubildende und Studierende ebenso zu entwickeln wie für Alteingesessene.

Ich will aber deutlich sagen: Gröpelingen und Blumenthal werden bisher nicht annähernd so stark vom Aufwind erfasst wie andere alte Arbeiterstadtteile. Deswegen wurde Blumenthal kürzlich zum umfassenden Sanierungsgebiet erklärt. Für Gröpelingen wollen wir eine direkte Straßenbahnverbindung zur Universität etablieren. Mein Vorschlag ist zusätzlich, dass Bremen – nach dem Vorbild Goethe-Viertel Bremerhaven – eine Gesellschaft ins Leben ruft, die gezielt für Blumenthal und Gröpelingen Schrottimmobilien beseitigt und durch neue Ideen, wie alternatives studentisches Wohnen in Gröpelingen oder gemeinnützige Ladenlokalnutzungen im Blumenthaler Zentrum, den Stadtteilen Wind unter die Flügel bringt. Mit umfassenden Investitionen in neue Grünflächen, Begegnungsorte, Schulen und KiTas, Sicherheit und Sauberkeit kommen auch die alten Quartiere Gröpelingen, Blumenthal und Lehe zu neuem Glanz.

Alter Quartiere zu neuem Glanz!

Alte Arbeiterstadtteile Bremens haben Geschichte und Charakter. Unter dem Strukturwandel der letzten Jahrzehnte haben sie viel gelitten. Unser Ziel ist, ihnen einen stolzen Platz auf der Bremer Stadtkarte zurückzugeben. In Walle ist das bereits gelungen, in Woltmershausen geschieht es gerade, im Hemelinger Zentrum sind die Perspektiven vielversprechend. Für Blumenthal, Gröpelingen und Bremerhaven-Lehe braucht es allerdings besondere Anstrengungen. Das Ziel ist klar: Alte Quartiere zu neuem Glanz!

Autor*in

Falk Wagner ist seit 2018 Vorsitzender der SPD Bremen-Stadt und verantwortet seit 2019 als Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft die Stadtentwicklungspolitik der SPD-Fraktion. Auf der Website schreibt er zu den Themen bezahlbares Wohnen, Mieterrechte und Stadtteilgerechtigkeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.