Leben und Wohnen

So erfüllen wir den Traum von den eigenen vier Wänden!

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Bremen muss Wohnraum für alle Menschen bieten! Das gebietet das Menschenrecht auf Wohnen – zugleich ist die Verhinderung von Abwanderung auch von finanzieller Bedeutung für Bremen. Neben der Schaffung bezahlbaren Wohnraums für Menschen mit geringeren Einkommen geht es uns auch um junge Familien, die vom Eigenheim träumen. Bremen bietet viel Wohneigentum, doch die Kaufpreisexplosion macht den Hauskauf immer schwerer.

Alle sollen in Bremen wohnen können

Bremen will eine Stadt für alle sein. Eine Stadt, in der alle gut und gerne wohnen können. Unsere Wohnungspolitik hat deshalb einen klaren Kurs: Wir bauen und ermöglichen mehr Wohnraum – dank der Sozialquote gerade auch für Menschen mit geringeren Einkommen. Dieser Kurs passt zu Bremen und wir als SPD stehen dafür ein. Gute Wohnungspolitik muss aber auch im Blick behalten, dass die Bedürfnisse verschieden sind. Damit Bremen attraktiv bleibt, muss es Angebote für alle geben – auch für diejenigen, die sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen wollen.

Den Traum von den eigenen vier Wänden ernst nehmen

Gerade junge Familien wünschen sich Wohnen im Eigentum. Diesen Wunsch müssen wir ernst nehmen, denn der Traum vom Eigenheim hat gute Gründe: etwa, sich nie wieder vor Mieterhöhungen zu fürchten oder einen Baustein der Altersvorsorge aufzubauen. Dazu kommt, dass der von Familien begehrte Bautypus Einfamilienhaus – in Bremen meist als klassisches Bremer Reihenhaus – meistens nur zum Verkauf steht und selten zur Miete. 

Diesen Wunsch zu bedienen, ist eine Frage von sozialer Gerechtigkeit. Denn es sind vor allem Aufsteigerfamilien ohne Ausblick auf Erbschaften, für die der Traum vom Eigenheim ein echter Kampf ist. Bremen hat auch ein öffentliches Interesse: bleiben Familien in der Stadt, tun es auch wichtige Steuereinnahmen. Zudem werden ökologisch schädliche Pendelverkehre und der Flächenverbrauch im Umland begrenzt und die soziale Vielfalt der Stadtteile wird gewahrt.

Bremen bietet viel Wohneigentum – doch der Markt macht es schwerer

Bremen ist Stadt der Reihenhäuser. Das macht sich positiv bemerkbar. 40 % der Bremer Haushalte wohnen im selbstgenutzten Eigentum. Zum Vergleich: in Berlin sind es 15 %. Das Bremer Stadthaus galt traditionell als erschwinglich. Doch das ändert sich. Von 2016 bis 2020 stiegen die Kaufpreise um 42%! Ein 200.000-Euro-Reihenhaus kostete nur fünf Jahre später also schon 84.000 Euro mehr. Welche Arbeitnehmer:innen ohne Erbschaften sollen da noch hinterher sparen? 

Die Entwicklung ist nicht auf Bremen begrenzt. Deutschlandweit ist der Kapitalanlagedruck hoch, Vermögen und Erbschaften ungleich verteilt, steigende Baukosten sorgen dafür, dass auch der Neubau immer teurer wird. In Bremen kommt hinzu: es gibt viele Reihenhäuser, aber noch zu wenig attraktive Alternativen für die „Kinder aus dem Haus“-Phase. So bleiben viele älter werdende Menschen im Einfamilienhaus wohnen, während die Generation ihrer Kinder genau diese sucht.

Wir unterstützen Aufsteigerfamilien

Um Aufsteigerfamilien zu unterstützen, müssen wir die Preisspirale stoppen. Im sozialen Mietrecht gibt es dafür Vorgaben wie die Mietpreisbremse – die Mieten steigen deshalb in Bremen viel weniger (zum Glück!) als die Kaufpreise. Eine Preisdeckelung für Eigenheime aber kennt das deutsche Recht nicht.  Was wir aber tun können: das Angebot vergrößern. Das heißt vor allem: Bauen. 

1. Maßnahme: Bauen für Familien

Die Gartenstadt Werdersee etwa wird gerade von vielen Familien bezogen, neue Quartiere an der Oberneulander Mühle und an der Gete werden folgen – auch hier mit 30%iger Sozialquote. Fußläufige soziale Infrastruktur wie Nahversorgung, KiTas und Schulen denken wir dabei mit.

2. Maßnahme: Bauen für die „Kinder aus dem Haus“-Phase

Bezahlbar findet aber vor allem im Bestand statt. Wenn es mehr attraktive Angebote für die „Kinder aus dem Haus“-Phase gibt, gewinnen alle Generationen: die ältere Generation durch attraktive barrierefreie Angebote, junge Familien durch freiwerdende Einfamilienhäuser. Weil viele Bremer:innen nur innerhalb ihres angestammten Lieblingsquartiers umziehen möchten, heißt das: Wir müssen in den bestehenden Quartieren bauen und dafür Baulücken schließen. Angebote wie der „Waller Wasserturm“ der Bremer Heimstiftung oder die „Bremer Punkte“ der GEWOBA sind dafür schon heute wegweisend.

3. Maßnahme: Eigenheimzuschuss

Was mich besonders freut: Mit dem Bremer Eigenheimzuschuss greift die Stadt Bremen Aufsteigerfamilien auch finanziell unter die Arme. 15.000 Euro Zuschuss können Haushalte mit Kindern bei der Bremer Aufbau-Bank beantragen, wenn sie ein Eigenheim unterhalb bestimmter Preisgrenzen in Bremen kaufen, die etwa die günstigere Hälfte der Bremer Eigenheime abdeckt.

Wir packen es an!

Für den Traum von den eigenen vier Wänden gibt es gute Gründe. Doch Kaufpreisexplosion und Vermögensungleichheit verschärfen die soziale Spaltung beim Hauskauf. Aufsteigerfamilien wollen wir deshalb gezielt unter die Arme greifen: mit mehr Wohnungsangeboten für Familien – und für Ältere – und einem gezielten Eigenheimzuschuss.

Autor*in

Falk Wagner ist seit 2018 Vorsitzender der SPD Bremen-Stadt und verantwortet seit 2019 als Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft die Stadtentwicklungspolitik der SPD-Fraktion. Auf der Website schreibt er zu den Themen bezahlbares Wohnen, Mieterrechte und Stadtteilgerechtigkeit.

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